Die 20 %-Regel: Was Schweizer Banken verlangen

Wer in der Schweiz eine Immobilie kauft, muss mindestens 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen. Die restlichen 80 % können als Hypothek finanziert werden.

Klingt einfach — aber es gibt eine wichtige Einschränkung: Von den 20 % müssen mindestens 10 % aus «harten» Eigenmitteln stammen. Das sind Mittel, die nicht aus der Pensionskasse (2. Säule) kommen.

Die Grundregel auf einen Blick

Kaufpreis CHF 800'000 → Sie benötigen mindestens CHF 160'000 Eigenkapital. Davon müssen mindestens CHF 80'000 aus eigenen Mitteln (Ersparnissen, 3. Säule etc.) stammen. Die anderen CHF 80'000 können aus der Pensionskasse kommen.

Was zählt als Eigenkapital?

«Hartes» Eigenkapital (mindestens 10 % des Kaufpreises)

«Weiches» Eigenkapital (bis zu 10 % des Kaufpreises)

Wichtig: Pensionskassen-Vorbezug hat Nachteile

Ein Vorbezug aus der Pensionskasse reduziert Ihre Altersleistungen dauerhaft. Zudem fällt eine Quellensteuer an. Viele Experten empfehlen deshalb, die Pensionskasse eher zu verpfänden als zu beziehen.

Rechenbeispiele für verschiedene Kaufpreise

KaufpreisMin. Eigenkapital (20 %)Davon «hart» (10 %)Max. Hypothek (80 %)
CHF 500'000CHF 100'000CHF 50'000CHF 400'000
CHF 750'000CHF 150'000CHF 75'000CHF 600'000
CHF 1'000'000CHF 200'000CHF 100'000CHF 800'000
CHF 1'200'000CHF 240'000CHF 120'000CHF 960'000

Tragbarkeit: Die zweite Hürde

Eigenkapital alleine reicht nicht. Die Bank prüft auch die Tragbarkeit: Ihre monatliche Belastung darf nicht mehr als ein Drittel Ihres Bruttoeinkommens betragen — gerechnet mit einem Kalkulationszins von 5 %.

Tragbarkeitsformel

Monatliche Belastung = Zinskosten (5 % der Hypothek / 12) + Amortisation + Nebenkosten. Diese darf nicht mehr als 33 % des Nettoeinkommens ausmachen.

Tipps: So optimieren Sie Ihr Eigenkapital

  1. Säule 3a frühzeitig aufbauen: Jeder Schweizer kann jährlich bis zu CHF 7'056 (Angestellte) in die Säule 3a einzahlen — steuerbegünstigt und als Eigenkapital anrechenbar.
  2. Schenkung oder Erbvorbezug prüfen: Mittel von Eltern oder Grosseltern zählen als «hartes» Eigenkapital, sofern als Schenkung dokumentiert.
  3. Wertschriften einsetzen: Aktien und Fonds können als Eigenkapital eingebracht werden — Banken rechnen oft nur 80 % des aktuellen Wertes an.
  4. Pensionskasse verpfänden statt beziehen: So sichern Sie die Altersleistung und zahlen keine Quellensteuer.

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Häufige Fehler beim Eigenkapital

→ SARON oder Festhypothek? → 3. Säule für die Hypothek → Zum Hypothekenrechner